Interview mit Sigrid Chamberlain

Als kleinen Eindruck dessen, was Thema der kommenden Veranstaltungen sein wird, verweisen wir auf ein älteres Interview mit der Referentin des ersten Abends.

Gab es eine ausgesprochen nationalsozialistische Säuglingspflege und Kleinkind Erziehung?

 

Chamberlain: Ja, das behaupte ich. Ein wirklicher Nationalsozialist ist nicht vorstellbar ohne das Bedürfnis, andere auszugrenzen und grausam mit anderen Menschen umzugehen. Ein solches Verhalten ist aber nicht vorstellbar ohne eine grundsätzliche Bindungslosigkeit und ein hohes Maß an Gefühllosigkeit. Genau darauf, auf Gefühllosigkeit und Bindungslosigkeit, laufen die Ratschläge in dem 1934 von der Ärztin Johanna Haarer verfassten Ratgeber »Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind« hinaus. Er ist gewissermaßen eine Anleitung zu Kaltherzigkeit und Beziehungsarmut. Diesen weit verbreiteten Ratgeber zur Säuglingspflege, von dem bis Kriegsende 690.000 Exemplare verkauft wurden, habe ich untersucht.

Judith Herman „Die Narben der Gewalt“

Eines derjenigen Bücher, die wir schon durchgearbeitet haben – sehr empfehlenswert!

Das Buch wendet sich ausdrücklich an alle, die interessiert sind und/oder sich engagieren für eine menschliche Welt, frei von Gewalt und Waffen. Pflichtlektüre sollte es sein für all die, die mit Traumatisierten arbeiten (werden), aber auch für all die, die in Politik und im Sozialwesen sowohl (mit)-verantwortlich sind für die Entstehung von traumatisierenden Situationen als auch für die gesellschaftliche Pflicht, Genesung zu wollen und zu fördern. Aufklärend und verstehensfördernd ist es zudem für die Menschen, die mit Überlebenden/Opfern zusammen leben – PartnerIn, Familie, Freunde.

(aus der Rezension )